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STRASSENMUSIKTOUR: HAMBURG -- TEIL II

An dieser Stelle muss ich mich mal gerade beim Martin bedanken. Vor der Tour hatten wir abgemacht, dass wir zusammen das Reisetagebuch führen würden und das dann zeitgleich auf beiden unseren Blogs veröffentlichen würden. Nunja, während der Tour sah die Arbeitsteilung halt noch so aus, dass ich immer Auto gerfahren bin und Martin immer während der Fahrt getippt hat. Seitdem wir aber wieder zurück sind, bin ich nicht dazu gekommen, selber etwas zu schreiben, so dass immer noch alle Einträge aus Martins Feder stammen... Will mich ja nicht mit fremden Lorbeeren schmücken!
Nun, aber zum Bericht...

Am nächsten Morgen ist Biene schon wieder bei der Probe - die Wohnung ist uns. Nach der Morgenpflege geht’s dann direkt zurück ins May, da Marzias Papa uns zum Brunch eingeladen hat. Wir lassen uns das Frühstück schmecken, um anschließend die Stadt zu rocken. Mit Marzia, Jessica und Sarah in der City angekommen, trennen wir uns aber schon wieder von den Mädels, weil sie auf Shoppingtour gehen wollen.

Hamburg, 18.11.2006, 12 Uhr, 12 Grad, bewölkt:
Schnell ist ein lauschiges Plätzchen gefunden und wir packen die Klampfen und Schellenkränze aus. Entgegen der Erfahrungen, die Torsten und Dave bei ihrer letzten Straßenmusiktour vor Jahren gemacht hatte, dass das Nord-Südgefälle einnahmetechnisch zu lasten des Nordens ginge, sind die Hamburger sowohl begeisterungsfähig, als auch spendierfreudig. So machten wir nach zwei Ortswechseln rund 100 Öre in einem Stündchen. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass Hamburg auch den Effektivitätsrekord hält. An unserem letzten Platz verdienen wir in ca. 15 Minuten fast 50 Euro. Besser geht’s nicht! Leider können wir aber nicht mehr länger bleiben, weil wir Marzias Auftritt am Abend nicht verpassen wollen.

Eine knappe Stunde Bahnfahrt entfernt in einem anderen Hamburger Stadtteil findet nämlich heute Abend ein Konzert ihres Gospelchors statt. Nach klassischer Stärkung mit Currywurst und Pommes treffen wir in der evangelischen freikirchlichen Gemeinde ein und lauschen den überwiegend weiblichen Stimmen. Die Leute haben mächtig Spaß, weshalb drei Zugaben gesungen werden müssen, ehe das Ensemble entlassen wird.


Marzia & friends während des Auftritts

Unsere Truppe für die Nacht bekommt weiteren Zuwachs. Zum einen von Sven, der wohl einfach – wie wir auch – Bock hat, gleich den Kiez unsicher zu machen, zum anderen von Sophie, der wir ein Kompliment für ihren „touch“ in der Stimme machen, der einem Schauer über den Rücken jagen kann… wir gehen aber mal davon aus, dass das nicht der Grund dafür war, dass sie uns begleitet.

Wir machen uns jedenfalls zu acht auf den Weg zu Marzias Wohnung, gönnen uns ein, zwei Wegbier (natürlich stilecht das gute Astra!), machen uns noch mal kurz frisch und entern endlich den berühmten Kiez. Mannmannmann! Größer als gedacht. Und mehr Neonlicht. Und überhaupt. Nachdem wir uns durch die „Große Freiheit“ gekämpft haben, ein weiteres Bier erstanden und uns von den Ladies durch die Herbertstraße haben jagen lassen, schlendern wir die Reeperbahn entlang und steuern den Club Molotov an. Vorher musste sich Dave aber noch Folgendes anhören: „So, Ficken?“ Sorry für die Ausdrucksweise, aber Zitat ist Zitat.


Torsten & Dave, Könige des Kiez

Im Molotov werden wir langsam warm und treffen außerdem eine Freundin von Marzia, Steffi, die sich unserer Truppe anschließt. Die Musik ist aber ziemlich 80ies-like, weshalb wir weiterziehen und Bei Rosie landen. Da ist die Musik besser, so dass Torsten und Martin nicht umhin kommen, geschmeidige zwei Stunden mit Steffi, Marzia und Sophie „abzusteppen“… auf etwa 1 ½ Quadratmetern. Nicht unerwähnt bleiben darf die wohl schlechteste Pizza auf diesem Planeten, die wir uns zwischendurch gegen den aufkommenden Hunger gegönnt haben. Der Preis von rund 2 Euro war einfach zu verlockend, doch der unförmige Fladen ohne Tomate, dafür aber mit billigem Käse, ist keinen Cent davon wert.

Gegen kurz nach Sechs steuern wir dann den Fischmarkt an, ohne den man Hamburg nicht wirklich gesehen hat. Die große Halle ist erstaunlich gemütlich, leider haben wir keinen Hunger mehr, sonst hätten wir uns einen fangfrischen Fisch gönnen können. So tun wir nur etwas für unser schlechtes Gewissen, denn wir müssen ja schon wieder die gute Biene aus dem Bett klingeln. Also kaufen wir an einem Blumenstand den ersten Strauß des Tages, nehmen eine Taxe zu Marzia, von wo aus uns der fast stocknüchterne Dave zu unserem Schlafplatz fährt – inklusive Blitz-Einlage! Gegen viertel nach Sieben kommen wir in der schon vertrauten 1 ½-Zimmer Wohnung an, überreichen den Strauß und fallen in die Federn.

Nach viel zu kurzer Zeit geht das Telefon. Marzia hat Frühstück gemacht und erwartet uns in Kürze bei sich zu Hause.


Leckerlecker...

Wir quälen uns unter die Dusche und fahren nach vier(?) Stunden Schlaf an den gedeckten Tisch. Irgendwie sind wir gar nicht so müde und wir chillen langsam in den Tag. Nachdem sich Sarah und Jessica gen Frankfurt verabschiedet haben, machen wir mit Marzia noch ein bissel Musik, ehe wir den kurzen Weg nach Bremen antreten – die letzte Station auf unserer schönen Tour.

Abschiedsfoto mit Marzia
26.11.06 20:34
 
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